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Im Rahmen von Unternehmensnachfolgen und M&A-Transaktionen kommt es regelmäßig vor, dass der Käufer nicht in der Lage ist, den vereinbarten Kaufpreis vollständig beim Vertragsschluss zu entrichten. In solchen Situationen kann der Verkäufer einspringen und dem Käufer die Finanzierung eines Kaufpreisteils selbst ermöglichen – durch den Abschluss eines Verkäuferdarlehens.
Beim Verkäuferdarlehen stundet der Veräußerer einen Teil des Kaufpreises und räumt dem Erwerber damit einen Zahlungsaufschub mit vereinbarter Ratenzahlung ein. Dieses Modell gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn der Käufer keinen Zugang zu einer klassischen Bankfinanzierung hat.
Für den Verkäufer ist die Vereinbarung eines Vendor Loans mit einem erheblichen Risiko verbunden: Er übergibt das Unternehmen, ohne den vollständigen Gegenwert erhalten zu haben, und verliert zugleich den Einfluss auf die künftige Unternehmensentwicklung. Im ungünstigsten Fall gerät der Käufer in Zahlungsverzug oder ist zur Rückzahlung des Darlehens dauerhaft nicht in der Lage. Um dieses Risiko zu begrenzen, sollte der Verkäufer auf der Stellung tauglicher Sicherheiten bestehen – etwa in Form einer Bankbürgschaft.
Dennoch kann das Verkäuferdarlehen entscheidend dazu beitragen, dass eine Transaktion überhaupt zustande kommt – und stellt damit für beide Parteien eine pragmatische Lösung dar, wenn andere Finanzierungswege versperrt sind.
Als Alternative oder Ergänzung bietet sich der Earn-Out an: Dabei wird ein Teil des Kaufpreises nicht fest gestundet, sondern von der Erreichung künftiger Unternehmensziele abhängig gemacht – etwa von definierten Umsatz- oder Ergebnisgrößen.
Ein Verkäuferdarlehen bedarf einer klaren und vollständigen vertraglichen Grundlage. Die Vereinbarung kann entweder unmittelbar im Unternehmenskaufvertrag – ob als Anteilskauf- oder Asset-Deal strukturiert – oder in einem gesonderten Darlehensvertrag getroffen werden, der dem Hauptvertrag als Anlage beigefügt wird.
Folgende Regelungspunkte sollten dabei zwingend adressiert werden:
Der Einsatz eines Verkäuferdarlehens ist kein Selbstläufer. Die Interessen von Verkäufer und Käufer divergieren – und eine unzureichend formulierte Vereinbarung kann im Streitfall erhebliche Nachteile mit sich bringen. Wer eine Unternehmensnachfolge oder einen Unternehmensverkauf mit einem Vendor Loan gestalten möchte, sollte sich frühzeitig anwaltlich beraten lassen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zu Finanzierungsmodellen bei M&A-Transaktionen haben oder eine rechtliche Begleitung wünschen.
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